Abbiegen bei Rot: Der Grüne Pfeil erlaubt's

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Abbiegen bei Rot: Der Grüne Pfeil erlaubt's
Von Ernest Mitschke

Für Pkw oder Lkw gibt es den Grünen Pfeil schon lange. Er erlaubt es, trotz Roter Ampel rechts abzubiegen. Dieser Pfeil gilt übrigens auch für Radfahrer. Die Regelung ist bereits seit 1994 Bestandteil der Straßenverkehrsordnung. Für Radfahrende wird zurzeit geprüft, ob sie an speziellen Kreuzungen nur für Radler ausgedehnt werden kann.

Voraussetzung ist, dass ein auf dem rechten Fahrbahnrand vorhandener Radfahrstreifen oder baulich angelegte, straßenbegleitende Radwege genutzt werden. Kann nur die Straße genutzt werden, soll diese Reglung nicht gelten. Erlaubt ist das Rechtsabbiegen bei Rot dann ausschließlich für Radfahrende. Aber nur, wenn das entsprechende Verkehrszeichen montiert ist, und, das versteht sich von selbst, andere Verkehrsteilnehmer dabei nicht behindert oder gefährdet werden.

Nicht in Hamburg

Der Grüne Pfeil für Radfahrer wird schon seit einigen Jahren im Bundesverkehrsmininsterium diskutiert. Der jetzt vom der Bundesanstalt für Straßenwesen durchgeführte einjährige Pilotversuch wurde Mitte 2016 beauftrag. In neun Städten, darunter die Fahrradmetropole Münster, sowie Bamberg, Darmstadt, Düsseldorf, Köln, Leipzig, München, Reutlingen und Stuttgart, wird der Pfeil nun an getestet. Im Jahr 2020 soll voraussichtlich, auf Basis der gewonnenen Erfahrungen geprüft werden, ob die StVO und andere Verwaltungsvorschriften entsprechend angepasst werden.

Günstig

Diese Maßnahme ist ausgesprochen kostengünstig für die Städte. So hat die Münster berechnet, das für die sieben Kreuzungen die dort für den Pilotversuch vorgesehen sind insgesamt nur 800 Euro anfallen – für Beschaffung, Montage und Demontage der Schilder. Eine kleine Summe mit großer Wirkung. Denn die Sicherheit für die Radfahrenden steigt gewaltig.

Seit 1990 in den Niederlanden

Deutschland ist bei der Einführung des Grünpfeils eher Schlusslicht als Innovationstreiber. Als erste bekamen ihn die Niederländer 1990, gefolgt von Frankreich und Belgien 2012 und 2013 der Schweiz. Warum ein extra Pilot-Versuch in Deutschland noch erforderlich ist, erscheint fraglich. Vielleicht soll das Vorhaben, das den Radverkehr sicherer und zügiger macht und damit Wettbewerbsvorteile für Fahrrad im Vergleich zum Auto schafft, möglichst auf die lange Bank geschoben werden?

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